Vernetzen

23 Sep 2019
·
von Tatjana Wanner
(c) tw 2019

 

Sich austauschen – einander vertrauen

Unterwegs im KuBiS-Referenznetzwerk

Das Netz ist geknüpft und trägt: Freundliches Willkommen, gefühlt als kennten wir uns schon viele Jahre … So war für mich der Einstieg in die 3. Überregionale KuBiS-Referenznetzwerk-Tagung am 20. September 2019 in der sonnenlichtgefluteten Aula der Schiller-Schule in Frankfurt/Main. Aber was für eine Tagung eigentlich? Welches Netzwerk? Warum bin ich dabei?

Als überzeugte Netzwerkerin bin ich sicher, dass mich die Fähigkeit zu netzwerken seit 24 Jahren, einem Monat und 20 Tagen trägt. Sie ist die Basis meiner Selbstständigkeit als Texterin, Redakteurin und Lektorin und hat mich versorgt – mit Auftraggeber!innen, Kooperationspartner!innen in der Grafik, Web-Programmierung oder Unternehmensberatung und Kolleg!innen der schreibenden Zunft. Ich schalte keine Anzeigen, mache so gut wie keine Kaltakquise, sondern ich gehe zu Vorträgen, Betriebsbesichtigungen oder trinke gemeinsam Kaffee. Ich treffe Menschen, die mich weiterempfehlen, die sich an mich erinnern oder ganz konkret hier und jetzt meine textliche Unterstützung brauchen. Mein berufliches Netzwerk ist mein Rahmen, mein Zuhause. Ich lebe eigentlich vom Netzwerken!

Angekommen! – im Netz

Es verwundert mich daher nicht, dass ich auch im Rahmen meiner neuen Herausforderung, dem berufsbegleitenden Weiterbildungsstudium „Kulturelle Bildung an Schulen“ an der Philipps Universität Marburg, mitten ins Netz treffe. Ein Netz, das sich aus zahlreichen Akteur!innen zusammensetzt. Eine Aufzählung versuche ich erst gar nicht, denn auch noch nach einem Jahr lerne ich dazu und entdecke immer neue Fäden, die miteinander in Verbindung stehen. Sie alle sorgen dafür, dass sich die Kulturelle Bildung vor Ort an einzelnen Schulen, länder- und bundesweit weiterentwickelt. Gut zu wissen: Die Gründung des Vereins KuBiS vernetzt e. V. ist ganz frisch. Die Online-Plattform www.kubis-vernetzt.de wartet noch auf die Vervollständigung der Inhalte und geht dann online.

3. Überregionale Referenznetzwerk-Tagung 20./21.09.2019 (c) twtext
 
Regional und bundesweit vernetzt

Ein Netzwerk im Netzwerk möchte ich hier kurz vorstellen: das KuBiS-Referenznetzwerk, zu dessen 3. Überregionalen Tagung ich am 20. September eingeladen war. Es fußt auf den länderübergreifenden Vernetzungen zwischen Schulen und Kulturinstitutionen, die sich im Rahmen des Schulentwicklungsprogramms Kultur.Forscher! in den Jahren 2009 bis 2016 entwickelt haben – mit dem Ziel, die Ästhetische Forschung im kooperativen Miteinander als Lernprinzip an Schulen zu verankern.

Die PwC-Stiftung Jugend – Bildung – Kultur und die Deutschen Kinder- und Jugendstiftung haben das Programm ins Leben gerufen. In der letzten Förderphase bis September 2020 fördert die PwC-Stiftung den Marburger Weiterbildungsmaster dabei, das Referenznetzwerk für Kulturelle Bildung (= KuBiS-Referenznetzwerk) einzurichten.

Die Arbeit der 26 Schulen mit ihren Partner-Kulturinstitutionen in den Bundesländern Baden-Württemberg, Bremen, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Schleswig-Holstein soll nachhaltig gestärkt und durch wissenschaftliche und feldbezogene Expertise ergänzt werden. Außerdem finanziert die PwC-Stiftung für jeden Referenzstandort einen Studienplatz.

Als Stipendiatin für Nordrhein-Westfalen (NRW-Referenznetzwerk-KuBiStin) unterstütze ich das Vorhaben. Virtuell und face-to-face vernetzt treffe ich mich mit den anderen Landes-Stipendiat!innen regelmäßig bei den Studienmodulen. Wir moderieren bei den überregionalen Tagungen und tragen im Rahmen unserer Möglichkeiten dazu bei, die Schnittstelle zwischen dem Weiterbildungsmaster und dem Kultur.Forscher!-Netzwerk zu sichern.

Schreibworkshop mit Phyllis Kiehl (r.) (c) Weltkulturen Museum
 
Austausch und Vertrauen

Beim Erleben der Netzwerk!innen an der „Überregio“ in Frankfurt/Main merkte ich erneut, wie unterschiedlich die jeweiligen Strukturen und Kooperationsformen in den regionalen Netzwerken sind. Verschiedene Netzwerkgrößen, andere außerschulische Partner und natürlich die Unterschiedlichkeit der Menschen und ihre freiwillige Bereitschaft sich einzubringen oder auch nicht wirken sich hier unmittelbar aus. Mir wird immer deutlicher, wie wichtig eine „vertrauensvolle Arbeitsatmosphäre1) ist. In den beruflichen, wirtschaftlich orientierten Netzwerken ist die Motivation tatsächlich eine andere. Zumindest war und ist das bei mir so, da es grundsätzlich immer zu einem Auftrag kommen kann, selbst wenn ich „nur“ gemeinsam eine Messe organisiere oder die Mittagspause zusammen verbringe. Es ist also Geldverdienen mit im Spiel – das motiviert und macht zwischenmenschliche Probleme erträglicher.

Netzwerke, bei der Lehrer!innen und außerschulische Partner involviert sind, ticken anders. Hier locken keine Aufträge, hier droht im Zweifelsfall zusätzliche Arbeit, die nicht honoriert wird. Umso wichtiger ist Gleichberechtigung auf Augenhöhe. Das kann idealerweise dazu führen, „dass sich im Netzwerk ein Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelt“2) – keine leichte Aufgabe – aber erstrebenswert.


Meine Vision

Akteur!innen in der Kulturellen Bildung, die die föderal strukturierte deutsche Bildungslandschaft mit ihren Kontakten bereits wie ein Netz überziehen, bleiben verknüpfungsaktiv und offen für neue Verbindungen und Verknotungen.

 

1) Jungermann, Anja, Pfänder, Hanna & Berkemeyer, Nils (2018): Schulische Vernetzung in der Praxis. Wie Schulen Unterricht gemeinsam entwickeln können. In: Altrichter, Herbert, Berkemeyer, Nils, Kuper, Harm, Maag-Merki, Katharina, Meetz, Frank & Pant, Hans Anand (2018) (Hrsg): Netzwerke im Bildungsbereich – Praxis, Band 2. Münster: Waxmann, S. 65f.


2) ebd.

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